Haarmoos bekommt Wiesenbrüter-Beraterin

 

Zeitungsbericht für Südostbayerische Rundschau (April 2017) 

 

Sieben der neun besonders relevanten Wiesenbrüterarten gelten in Bayern als vom Aussterben bedroht, zwei sind stark gefährdet. Dort, wo eine intensive, fachlich kompetente dauerhafte Betreuung erfolgt, ist Wiesenbrüter-schutz meist erfolgreich. Seit geraumer Zeit wird das Haarmoos, das bedeutendste und größte  Wiesenbrütergebiet Südostbayerns, von verschiedensten Akteuren bewirtschaftet, gepflegt und versorgt. Nun bekommt es zusätzlich Unterstützung:  seit heuer betreut und observiert Frau Melanie Tatzmann diesen speziellen Lebensraum. Sie will mit Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit einen Beitrag leisten, das Überleben der bedrohten Wiesenbrüter zu sichern.

 

Eine Ihrer Aufgaben bestehen darin, die Umgebung der Wiesenbrüter zu schützen und wo erforderlich zu verbessern. Damit sich die Populationen von selbst erhalten können, braucht es den notwendigen Bruterfolg. Gemeinsam mit den Land-bewirtschaftern soll nach Lösungen gesucht werden, um für beide Seiten optimale Bedingungen zu schaffen. „Nur wenn alle an einem Strang ziehen, können Schutzmaßnahmen langfristig Erfolge erzielen“, ist sich die Wiesenbrüterberaterin sicher. Sie möchte als Ansprechpartnerin bei Problemen beratend zur Seite stehen, Gelege markieren, die Mahd begleiten und auf die Aufwandsentschädigungen für die naturverträgliche und artgerechte Bewirtschaftung aufmerksam machen. Die Pflegemaßnahmen für diese oft nicht leicht zu bewirtschaftenden feuchten Streu-wiesenkomplexe gehören entsprechend entlohnt - schließlich gäbe es ohne ordentliche Bewirtschaftung überhaupt kein Wiesenbrutgebiet Haarmoos, so die Beraterin weiter.

 

Zusätzlich Aufgabe wird sein, die Bevölkerung und die Erholungssuchenden zu sensibilisieren, denn Wiesenbrüter sind scheue Lebewesen und reagieren auf Störungen häufig mit der Aufgabe ihrer Bruten. Daher ist es besonders wichtig, speziell in der Brutzeit die Wege nicht zu verlassen und Hunde an der Leine zu führen. 1987 erließ das zuständige Landratsamt Berchtesgadener Land eine Verordnung zur Regelung des Betretungsrechts - das Verlassen der Wege ist in der Zeit von 20.03. bis 15.06. verboten, ebenso das Betreiben von Flugmodellen und anderen Flugkörpern. 

 

Das Projekt Wiesenbrüterberater wird koordiniert über das Landesamt für Umwelt (LfU) in Zusammenarbeit mit der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) Laufen.  Dort erhalten die Wiesenbrüterberater eine fundierte Ausbildung und laufend Fort- und Weiterbildung.

 

Wer Meldungen zu den Wiesenbrütern machen kann, Interesse zeigt oder einfach mehr erfahren möchte über dieses Projekt meldet sich gerne unter wiesenbrueterberater.haarmoos@gmx.de

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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