Den Fledermäusen auf der Spur

Foto: J. Goldmann
Foto: J. Goldmann

 

Abendliche Wanderung des Landes-bunds für Vogelschutz (LBV)

 

Zur abendlichen Fledermaus-Exkursion am 3. August 2018 in der Bad Reichen-haller Nonner Au konnte Peter Friedrich vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) rund 40 Teilnehmer begrüßen, dabei auch „Abordnungen“ der LBV-Kinder-gruppen Bad Reichenhall und Traunstein.

Zunächst klärte LBV-Expertin Friederike Herzog aus München über Lebensraum und Lebensweise der im Talkessel heimischen Tiere auf. Dabei ging sie auch auf den Rückgang ihrer Hauptnahrungsquelle, der Insekten, ausführlich ein. Im Anschluss wanderte die Gruppe gemütlich zur Brücke über den Hosewaschbach. Dort flitzten zahlreiche Exemplare der Wasser- und Zwergfledermaus umher, beziehungsweise konnten mit dem sogenannten „Bat-Detektor“ gehört werden. Der Große Abendsegler ließ sich diesmal aber nicht am Bachufer blicken.

Durch die Hurra-Rufe der Kinder und das Taschenlampenlicht ließen sich die auf der Jagd befindlichen Fledermäuse nicht stören, denn sie sehen nur ganz schwach und orientieren sich bei ihren atemberaubenden Flugkünsten mittels eines durch Ultra-schall verschafften exzellenten Hörbilds.

Auf den Heimweg nutzte Christian Kessel von der Reichenhaller Bauminitiative die Gelegenheit zu zeigen, wo ein von der Stadt vorgesehener Radweg quasi „mitten durch den Wald“ angelegt werden soll, eine nach Meinung der Naturschützer sehr kritikwürdige Planung.

Anschließend dankte Peter Friedrich Frau Herzog für die gelungene Führung mit einem Buchpräsent und wies auf die in diesem Jahr letzte Fledermaus-Exkursion am Samstag, 25. August, hin. Treffpunkt ist wieder um 20 Uhr am Wetterhäuschen beim Nonner Steg. Der LBV freut sich über das rege Fledermaus-Interesse.

- P.F.


Fleißige „Adleraugen“ beim Springkraut-Rupfen

Foto: U. Moser
Foto: U. Moser

Fast schon als „Adleraugen-Tradition“ kann das gemeinsame Springkraut-Rupfen der Kindergruppe „Adleraugen“ angesehen werden. So trafen sich auch in diesem Jahr am dritten Samstag im Juli zwölf hochmotivierte Kinder mit ihrer Gruppenleiterin Uschi Moser, um gemeinsam mit Monika Wölfel vom Bund Naturschutz wieder einen erfolgreichen Arbeitseinsatz für die Biodiversität zu leisten.

Das Indische Springkraut oder auch Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) stammt aus der Himalaya-Region und gilt bei uns als invasiver Neophyt. Das heißt, diese Pflanzenart breitet sich durch ihre Vermehrungs- und Wuchseigenschaften so stark und schnell aus, dass heimische Pflanzenarten an Stellen mit Springkraut-bewuchs schlechtere Chancen zum Aufwachsen haben und durch das Springkraut nahezu komplett verdrängt werden können.

Sehr anschaulich erklärte Frau Wölfel beispielsweise, dass aus den reifen Samenkapseln einer einzelnen Pflanze tausende Samenkörner viele Meter weit „herausspringen“ können und dass aus allen Stängel-Knoten, die den Boden berühren, neue Wurzeln sprießen. So kann sich die Pflanze nach Sturm, Hochwasser oder Herausreißen neu verankern und weiter wachsen. Sie betonte aber auch, dass der Arbeitseinsatz nicht als Kampf zur Ausrottung des Springkrauts betrachtet werden sollte. „Auch wenn wir ihre Ausbreitung in vielen Gebieten stoppen möchten, kann ihr Wertschätzung entgegengebracht werden, anstatt sie zum Feind zu erklären.“, so Monika Wölfel über die Springkraut-Pflanze, deren Vorkommen sie in der Marzoller Au mit ihren Mitstreitern seit einigen Jahren erfolgreich eindämmen konnte.

Bereits bei der Ankunft bemerkten die Kinder beeindruckt, dass die dichten Bestände des Springkrauts im Umfeld des Reichenhaller Tierheimes an einen Dschungel erinnern und die mächtigen und hohen Pflanzen sie fast alle deutlich überragten.

Nachdem alle mit Handschuhen ausgerüstet waren, hieß es anpacken und ausgewählte Flecken vom Springkraut befreien. Schon bald entstanden die ersten großen Haufen ausgerupfter Springkräuter. „Hautnah“, aber sehr tapfer konnten einige Kinder feststellen, dass im Springkrautdschungel noch immer einzelne Brennnesseln und Disteln wuchsen, die nach dem Entfernen des Springkraut nun wieder zu kräftigen Pflanzen heranwachsen und für zahlreiche Tierarten von Nutzen sein können. So weist der Stieglitz, der häufig auch als Distelfink bezeichnet wird, schon mit seinem Namen auf eine seiner bevorzugten Nahrungsquellen hin und viele Kinder wussten, dass ganz besonders die Raupen des Tagpfauenauges Brennnesseln lieben.

Zum Abschluss ihres fleißigen Arbeitseinsatzes durften die Kinder noch ein köstliches, von Monika Wölfel selbst hergestelltes Gelee aus Springkrautblüten und Neophyten-Kräuterlimo vom Japanischen Staudenknöterich probieren.

- K.R.


Stadtfest Bad Reichenhall - Bastelstand der Kindergruppe "Adleraugen" mit LBV-Infostand am Aegidiplatz

 

 

Fotos: J. Goldmann (zum Vergrößern bitte anklicken)


Wildkräuterwanderung mit den "Adleraugen" - Interessantes zum Vogel der Jahres, dem "Star"

Verkostung der Kräuterbrotzeit - Foto: U. Moser
Verkostung der Kräuterbrotzeit - Foto: U. Moser

Essen aus der Natur erkennen

30. Juni 2018

Am Wegesrand essbare und heilkräftige Kräuter zu erkennen, das lernten die Kinder der Gruppe „Adleraugen“, ein Zusammenschluss der Naturschutzjugend im Landesbund für Vogelschutz (LBV) und der Tierschutzjugend Bad Reichenhall bei einem Spaziergang von Reichenhall nach Bayerisch Gmain. Im geschützten Bereich eines Gartens konnten sie später Kräuter sammeln und auf verschiedene Zube-reitungsarten probieren

Die Kinder trafen sich am Rathausplatz und wurden von den Gruppenleiterinnen Barbara Rasp und Uschi Moser herzlich begrüßt. Der Weg führte die Gruppe über den unteren Lindenplatz, wo sie die Blütenstände der namengebenden Linden bereits als ein erstes Heilmittel bei grippalen Infekten kennenlernten. Kurz darauf konnte Uschi Moser die Kinder auf einen sehr wichtigen Unterschied hinweisen: Die giftige Eibe mit ihren dunkelgrünen, flachen Nadeln und den roten Früchten im Gegensatz zur Fichte, aus deren jungen, spitzen Nadeln ein sehr wirksamer Fichtensirup bei Bronchitis hergestellt werden kann. Die Mitglieder der Gruppe staunten, als ihnen auffiel, dass sie eigentlich ständig unbewusst an genießbaren und durchaus gesunden Pflanzen wie dem Giersch, Löwenzahn, Holunder, Wegerich, oder den Heckenrosen mit ihren späteren Hagebutten und Brombeeren vorbei gingen. Auch am Rand der Wiese gab es Heilräuter zu entdecken wie die Schafgarbe, die als Tee gerne bei Entzündungen im Körper eingesetzt wird, Gundermann, Labkraut, Wiesenkerbel als Gewürzkraut und dem Wiesen-Bärenklau, der allerdings nicht mit der Herkulesstaude, auch Riesen-Bärenklau genannt, verwechselt werden darf – er verursacht bei Berührung Haut-reizungen! Dessen Blätter sind nicht behaart und die Pflanze riecht unangenehm.

Langsam wurde die Truppe müde, hungrig und durstig durch die Wärme des Tages und so waren alle froh, als sie zum Garten der Gruppenleiterin kamen und sich mit einer am Abend vorher angesetzten, kühlen Limo aus Apfelsaft und verschiedenen Kräutern erfrischen konnten. Danach ging es ans Wiedererkennen, Sammeln und schneiden von Kräutern, um aus den verschiedenen, teilweise gerade kennen-gelernten „Unkräutern“ der Wiese einen leckeren Kräuterquark herzustellen. Während der Verkostung von Limo, Kräuterquark mit Brot und Spitzwegerichtee hatten die Kinder Gelegenheit, Ihre Selbstbeherrschung den Wespen gegenüber zu testen. Wie Jochen Goldmann im Mai erklärt hatte, macht wildes Um-sich-Schlagen die Insekten nur aggressiv und deshalb saßen die „Adleraugen“ - vielleicht nicht ganz freiwillig - ruhig und hörten Uschi Moser bei den Ausführungen zum Vogel des Jahres, dem „Star“ zu.

Im Anschluss liefen die kleinen Naturliebhaber frisch gestärkt in flottem Tempo zu den wartenden Eltern am Rathausplatz zurück und verabredeten sich zum gemeinsamen  Springkrautrupfen am 21.Juli beim Tierheim.

- U.M.


Wanderung der Kindergruppe zur Bichleralm

Fotos: Simone Schwaiger
Fotos: Simone Schwaiger

9. Juni 2018

Kindergruppe lernt Almwirtschaft kennen

Eine spannende Wanderung zur Bichleralm unter Führung von Elisabeth Brandstetter von der Biosphärenregion Berchtesgadener Land stand am 9. Juni für die „Adleraugen“ auf dem Programm. Dort angekommen, lernten sie auch Bereiche der Almwirtschaft kennen.

Die Kindergruppe traf sich in Weißbach und wanderte entlang des Schwarzachen-baches an kleinen Wasserfällen vorbei durch die wildromantische Klamm. Die Reste einer riesigen Altschneelawine, gegenüber des Klammweges beeindruckte die Kinder sehr. Das Wasser hatte mehrere Höhlen herausgewaschen und war für alle hoch-interessant. Frau Brandstetter als Geologin erklärte den jungen Naturforschern viel Wissenswertes dazu.

Weiter ging es an den Wassergumpen entlang hinauf bis zur Bäckinger Klause und nach einer Pause am Wasser weiter aufwärts an der Harbacheralm vorbei zur Bichleralm.

In der Almhütte wurde es spannend: Die jungen Naturschützer erlebten, wie eine Alm bewirtschaftet wird. Frau Brandstetter führte die Milchzentrifuge vor und die Kinder konnten beobachten, wie aus Milch Sahne und Butter entsteht. Nun bekam jedes Kind ein geschlossenes Gläschen, gefüllt mit Sahne.  Die Kinder durften es 5 Minuten schütteln und erlebten dabei, wie sich mit der Zeit daraus eine Butterkugel formte. Dieser Erfolg begeisterte die Kinder. Danach wurde Ihnen vorgeführt, wie aus Milch und Lab Frischkäse hergestellt wird.

Bei der anschließenden Almbrotzeit vor der Hütte durften die Kinder den selbst-gemachten Frischkäse der Almbauern vom Vortag genießen. Gestärkt stellten sie sich mit großem Spaß einer besonderen Herausforderung: an einem Melkmodell konnten die Kinder probieren, wie das Melken einer Kuh funktioniert. 

Danach war es Zeit zum Aufbruch. Sogar auf dem Rückweg entdeckten die aufmerk-samen „Adleraugen“ noch interessante Kleinigkeiten am Wegesrand.

Zum Abschluss bedankten sich die Kinder, die mit großer Freude und Ausdauer dabei waren, sowie die Leiterinnen der Kindergruppe herzlich für den erlebnisreichen und gelungenen Tag bei Frau Brandstetter.

- U.M.


Von Hornissen und anderen „Ungeheuern“

Die Kindergruppe „Adleraugen“, ein Zusammenschluss der Naturschutzjugend im Landesbund für Vogelschutz (LBV) und der Tierschutzjugend Bad Reichenhall, erhielt bei ihrem letzten Treffen am 5. Mai im Tierheim Bad Reichenhall Besuch von Jochen Goldmann, einem besonderen Kenner der Insektenwelt und seit Jahren Mitglied im Vorstand des LBV, Kreisgruppe Berchtesgadener Land.

 

Auf großes Interesse stieß sein abwechslungsreicher Vortrag, in den er das Wissen der Kinder immer wieder einband. Da im Moment die Hornissen-Königinnen auf der Suche nach neuen Nistplätzen sind, brachte Herr Goldmann zum Veranschaulichen ein altes Hornissennest mit und die Kinder bewunderten das feine, sehr leichte Kunstwerk. Mit vielen Informationen versuchte der Referent den Kindern die Angst vor dieser Insektenart zu nehmen.

In diesem Zusammenhang kam die Sprache auch auf den großen zahlenmäßigen Verlust bei allen Insekten im Laufe der letzten 15 Jahre. Bis zu 80 Prozent aller fliegenden Insekten in Deutschland sind in diesem Zeitraum verschwunden. „Insektenvertilgungsmittel töten nicht nur Schädlinge, die Blätter, Wurzeln und die Ernte fressen, sondern auch andere Arten, die für die Bestäubung und die Schädlingsbekämpfung sehr wichtig sind“ erklärte Goldmann.

Am Beispiel einer guten Brotzeit wurde deutlich gemacht, was wir ohne die Insekten noch auf den Tisch hätten - eine trockene Semmel und ein Glas Wasser!

Eine tote Hummel wurde von den Kindern in der Becherlupe betrachtet und sie staunten, dass zur Gattung der Wildbienen – zu denen auch die Hummel gehört – über 500 verschiedene Arten gehören.

Interessiert sahen sich die Kinder Fotos verschiedener Insekten auf dem mit-gebrachten Laptop an und lernten am Beispiel der Tigerspinne die Unterschiede zwischen Spinnen und Insekten kennen.

Es folgten Hinweise zur Sicherheit der Kinder. Der Zeckenschutz, die ruhige und nicht hektische Verscheuchung von z.B. Wespen und die besondere Achtsamkeit beim Trinken von süßen Getränken im Freien wurden eindringlich angesprochen.

Zum Abschluss sammelten Herr Goldmann und die Kinder zusammen Möglichkeiten, wie den Insekten im eigenen Garten geholfen werden könnte. Viele Vorschläge wurden gefunden: Insektenhotels aufhängen, auf Gift verzichten, blühende Pflanzen aussäen, Rasen nicht so oft mähen und eine Ecke im Garten lassen, wo alles wachsen kann, was will.

Nach diesem interessanten Vormittag bedankten sich die Kinder, die voller Begeisterung dabei waren, und die Leiterinnen der Kindergruppe herzlich bei Herrn Goldmann für seine kompetente und kurzweilige Vermittlung von Wissen über die faszinierende Welt der Insekten. Zum Abschluss erhielt jedes Kind eine sehr gute Broschüre des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt über „Tiere und Pflanzen unserer Heimat“.

R'haller v. 25.5.18

- M.O.


Wiesenbrüterführung ins Haarmoos mit der Landschaftspflegerin Melanie Tatzmann

14. April 2018

Nach der Winterpause besuchten die „Adleraugen“ das Haarmoos am Abtsee. Es ist das größte Wiesenbrütergebiet in Südostbayern. Im Rahmen einer Führung erlebten die Kinder die außergewöhnliche Landschaft und die seltene Vogelwelt.

 

Die „Adleraugen“ wurden bei Sonnenschein im Haarmoos zu morgendlicher Stunde von der Landschaftspflegerin Melanie Tatzmann herzlich begrüßt. Einleitend stellte sie den jungen Zuhörern die häufigsten Wiesenbrüter vor und wies auf die Gründe des Rückgangs sowie die Besonderheiten der Vögel wie z.B. körperliche Merkmale, Brut- und Zugverhalten hin. Nach einem Exkurs über die verschiedenen Flugformationen der Zugvögel probierten die „Adleraugen“ die V-Form zu Beginn einer Wanderung gleich praktisch aus. Am Waldrand hatte Melanie Tatzmann präparierte Nester von Wiesenbrütern versteckt, die von den Kindern – ihrem Namen gerecht werdend – auch schnell gefunden wurden. Im weiteren Verlauf der Wanderung war das mitgeführte Spektiv von Frau Tatzmann und die Ferngläser der Kinder sehr hilfreich. Fasan, Kiebitz, großer Brachvogel, Schwarzkehlchen und andere Vögel konnten die Kinder damit begeistert erkennen.

Zum Haus Tatzmann zurückgekehrt, durften sich die kleinen Naturforscher stärken und an Hand eines speziell vorbereiteten Memory-Spieles ihr Wissen erfolgreich testen. Mit dem Versprechen, Ihnen noch bisher nicht gesehene Vögel zeigen zu können, mobilisierte Melanie Tatzmann neue Kräfte und lockte die Gruppe in einen anderen Teil der Streuwiesenlandschaft. Hier zeigten sich tatsächlich die Feldlerche, der Wiesenpieper und – sogar zur Überraschung der Führerin – gleich mehrere Braunkehlchen, die erst in den letzten Tagen von ihrem Flug aus Afrika zurückgekehrt sein konnten.

Große Begeisterung kam auf, als ein Mitglied der „Adleraugen“ ein echtes Nest fand. Durch einen Sturm war es von einer Birke auf den Boden gefallen. Auf Bitte der Kinder nahm es Uschi Moser mit, um herauszufinden, von welchem Vogel dieses Kunstwerk hergestellt worden war.

Das nächste Treffen findet am 05.05.2018, um 10 Uhr im Tierheim zum Thema „Hornissen und andere „Ungeheuer“ statt.

- U.M. 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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