Von Hornissen und anderen „Ungeheuern“

Die Kindergruppe „Adleraugen“, ein Zusammenschluss der Naturschutzjugend im Landesbund für Vogelschutz (LBV) und der Tierschutzjugend

Bad Reichenhall, erhielt bei ihrem letzten Treffen am 5. Mai 2018 im Tierheim Bad Reichenhall Besuch von Jochen Goldmann, einem besonderen Kenner der Insektenwelt und seit Jahren Mitglied im Vorstand des LBV, Kreisgruppe Berchtesgadener Land.

 

Auf großes Interesse stieß sein abwechslungsreicher Vortrag, in den er das Wissen der Kinder immer wieder einband. Da im Moment die Hornissen-Königinnen auf der Suche nach neuen Nistplätzen sind, brachte Herr Goldmann zum Veranschaulichen ein altes Hornissennest mit und die Kinder bewunderten das feine, sehr leichte Kunstwerk. Mit vielen Informationen versuchte der Referent den Kindern die Angst vor dieser Insektenart zu nehmen.

In diesem Zusammenhang kam die Sprache auch auf den großen zahlenmäßigen Verlust bei allen Insekten im Laufe der letzten 15 Jahre. Bis zu 75 Prozent aller fliegenden Insekten in Deutschland sind in diesem Zeitraum verschwunden. „Insektenvertilgungsmittel töten nicht nur Schädlinge, die Blätter, Wurzeln und die Ernte fressen, sondern auch andere Arten, die für die Bestäubung und die Schädlingsbekämpfung sehr wichtig sind“ erklärte Goldmann.

 

Am Beispiel einer guten Brotzeit wurde deutlich gemacht,

was wir ohne die Insekten noch auf den Tisch hätten:

eine trockene Semmel und ein Glas Wasser!

 

Eine tote Hummel wurde von den Kindern in der Becherlupe betrachtet und sie staunten, dass zur Gattung der Wildbienen – zu denen auch die Hummel gehört – über 500 verschiedene Arten gehören.

Interessiert sahen sich die Kinder Fotos verschiedener Insekten auf dem mitgebrachten Laptop an und lernten am Beispiel der Tigerspinne die Unter-schiede zwischen Spinnen und Insekten kennen.

Es folgten Hinweise zur Sicherheit der Kinder. Der Zeckenschutz, die ruhige und nicht hektische Verscheuchung von z.B. Wespen und die besondere Achtsamkeit beim Trinken von süßen Getränken im Freien wurden eindringlich angesprochen.

Zum Abschluss sammelten Herr Goldmann und die Kinder zusammen Möglichkeiten, wie den Insekten im eigenen Garten geholfen werden könnte.

Viele Vorschläge wurden gefunden: Insektenhotels aufhängen, auf Gift verzichten, blühende Pflanzen aussäen, Rasen nicht so oft mähen und eine Ecke im Garten lassen, wo alles wachsen kann, was will.

Nach diesem interessanten Vormittag bedankten sich die Kinder, die voller Begeisterung dabei waren, und die Leiterinnen der Kindergruppe herzlich bei Herrn Goldmann für seine kompetente und kurzweilige Vermittlung von Wissen über die faszinierende Welt der Insekten. Zum Abschluss erhielt jedes Kind eine sehr gute Broschüre des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt über „Tiere und Pflanzen unserer Heimat“.

- M.O.

(Pressebericht im R'haller Tagblatt v. 25.5.18)