Amphibienbestand an der Fischzucht seit 2014 mehr als verdoppelt

In diesem Jahr wurden 100 Molche, 482 Kröten und 367 Grasfrösche unbeschadet zu ihren Laichgewässern gebracht.

Die Zahlen haben sich insgesamt weiterhin stabilisiert.

 

Über den überraschend starken Rückgang der kleinen Molche gibt es zwar Vermutungen - es könnte daran liegen, daß sie mit die Ersten sind, die sich auf den gefahrvollen Weg zu ihren Laichgewässern machen, noch bevor der Schutzzaun aufgestellt werden konnte.

Die Zahlen im nächsten Jahr werden mehr Klarheit bringen.

Weitere Aktionen zum Schutz der Amphibien gab es in Bayerisch Gmain, in der Schönau und für die Nonner Au.

 

>> Pressemitteilung des BN R'hall v. 15.06.2019

- J.G. 2019

 

Amphibien-Schutz an der Fischzucht Karlstein

Die Frühjahrswanderung der Amphibien beginnt Angepasste Fahrweise erwünscht

2. März 2019

 

Ein Zaun für die Frösche

Bad Reichenhall. „In diesem Jahr mussten wir einen echten Spagat hinlegen“, sagen die Errichter des Amphibien-Schutzzauns an der Fischzucht am Langacker in Karlstein. Einerseits lockten die warmen Temperaturen der letzten Tage die ersten Molche aus den Überwinterungsplätzen zum Wasser, andererseits machte der Schnee das Aufstellen des Zauns an den Straßen-rändern fast unmöglich.

Nach getaner Arbeit: Die „Froschzaun“-Gruppe aus Mitgliedern von Bund Naturschutz,

Vogelschutzbund, Grünen und SPD aus Bad Reichenhall.   -  Foto: Hans-Joachim Bittner

 

„Gemeinsam sind wir stark“, hieß deshalb die Parole eines Teams aus Mitgliedern des Bund Naturschutz, des Landesbunds für Vogelschutz, der Reichenhaller Grünen und der SPD. Und so konnte, nachdem der Schnee mühsam per Schaufel zur Seite geräumt war, der rund einen halben Meter hohe, grüne Zaun gesetzt werden.

Mit dabei waren die beiden Schüler Ben Nielsen und Sebastian Hintsteiner, sie unterstützten die Erwachsenen tatkräftig. Nach fünf Stunden harter

Arbeit war das Werk vollbracht. Damit ist die Chance nun groß, dass Molche, Erdkröten und Grasfrösche unfallfrei zum Laichen gelangen. Denn

den ganzen März bis in den April hinein wird der Bereich entlang der Fischzuchtstraße und noch ein Stück weit in die Langackerstraße hinein sowohl morgens als auch abends von den Sammlern – teilweise in Begleitung von Kindern – nach den Tieren abgesucht.

Der erste Bergmolch (Foto: Michael Wittmann)
Der erste Bergmolch (Foto: Michael Wittmann)

Eine Bitte der Naturschützer richtet sich an die Autofahrer: „Mit angepasster Fahrweise

zum Wohl von Mensch und Tier beitragen“, sagt Ute Billmeier, Reichenhaller Bund Naturschutz-Ortsgruppenvorsitzende. Jeder Autofahrer könne aktiv etwas zum Schutz dieser Arten beitragen: „Nehmen Sie bitte einen Umweg in Kauf und meiden Sie zur Wanderzeit der Tiere bei Dunkelheit Straßen mit Amphibienwanderungen. Sollte sich

das nicht einrichten lassen, fahren Sie weniger als 30 km/h. Nicht nur das Überfahren

der Tiere tötet, sondern auch der stoßartige Druckwechsel, wenn die Amphibien unters Auto kommen. Dabei können die Lungen reißen und innere Organe verletzt werden.“

 

Die Wanderung der Amphibien zu den Teichen, in denen sie ablaichen, dauert vier bis

sechs Wochen. Schilder und Blinklichter weisen die entsprechenden Straßen aus. Die

Aktion wird vom Landratsamt Berchtesgadener Land finanziert und vom Bund Naturschutz verwaltet.

(s. Bericht im R'haller Tagblatt vom 6. März 2019)                                                                      BN /– bit

 

 

Gemeinsame Aktion zum Schutz unserer Amphibien

 3. März 2017

Karlsgymnasium unterstützt Bund Naturschutz und Vogelschutzbund

bei der Fischzucht Karlstein

>> zum Pressebericht

 

Vom 4. März bis 4. April 2017 gezählte Tiere: insgesamt 710

 Molche:         159 St.

Kröten:          252 St.

Grasfrösche: 299 St.

Kaum überfahrene Tiere!

Es wurde eine überaus erfolgreiche Rettungsaktion und es zeigt sich, dass die langjährigen Schutzmaßnahmen zu einer Erholung der Amphibien-Population bei der Fischzucht Karlstein geführt haben.

Willkommene Hilfe erhielt in diesem Jahr die Gemeinschaftsaktion von Bund Naturschutz und Vogelschutzbund durch die Schüler des Karlsgymnasiums unter der Leitung ihrer Lehrerin Ida Müller. Schon Anfang März, noch bevor der erste Frosch zu sehen war, wurden mehrere hundert Meter Amphibien-Schutzzaun aufgestellt und rund 30 Kübel händisch eingegraben. Erstmalig in diesem Jahr wurden die Anwohner mit einem Flyer über die Aktion informiert. Große Info-Schilder am Anfang der Zäune baten die Autofahrer, diese relativ kurze Strecke nur mit Schrittgeschwindig-keit zu passieren. Ergänzt wurden diese Hinweise durch einen von der Stadt Bad Reichenhall aufgestellten Geschwindigkeits-Smiley.  Ergebnis: in diesem Jahr gab es fast keine überfahrenen Tiere.

Dann wurden über vier Wochen jeden Tag in der Früh und in der Abenddämmerung von den freiwilligen Helfern, auch bei Kälte, Schnee und Regen, der Zaun und die Eimer abgesucht und insgesamt über 700 Grasfrösche, Kröten und Molche wohlbehalten zu ihren Laichgewässern gebracht. Fast 70% mehr Tiere gemessen an den Zahlen der Vorjahre!

Unglaublich, mit welcher Begeisterung sich die Kinder eingesetzt haben, auch wenn es ihnen anfangs gar nicht so leicht fiel, so einen Frosch in die Hand zu nehmen. Dafür gab es nicht nur

Lob von den Naturschützern, sondern auch eine Feierstunde im Landratsamt und für jeden eine Urkunde von der Unteren Naturschutzbehörde. Im nächsten Jahr wollen natürlich alle wieder mitmachen.

- J.G.