Gemeinsam Bayerns Natur schützen

 

Unser Juwel: Das Haarmoos

 

Als sich nach der jüngsten Eiszeit die Salzach-Gletscher zurück-zogen, hinterließen sie zwischen Laufen und Traunstein eine

große Seenplatte.

Im Laufe der Zeit verlandeten die Seen weitgehend und es ent-standen ausgedehnte Moorgebiete.

Dort fühlen sich bis heute der Kiebitz, der Wachtelkönig oder der Große Brachvogel wohl. Damit es so bleibt, hat der der LBV über 50 Hektar dieses Wiesenbrütergebiets für die Nachwelt gesichert. 

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Haarmoos: Vorsicht beim Spaziergang!

Die Brutzeit hat begonnen. Bitte beachten Sie das Wegegebot in der Zeit vom 20. März bis 15. Juni. Wer sich an das Wegegebot hält und Hunde an der Leine führt, trägt wesentlich dazu bei, das Brachvogel und weitere Wiesenbrüter wie Kiebitz, Feldlerche, Wiesenpieper und Bekassine bei der Auf-zucht ihrer Jungen nicht gestört werden. Wir alle haben eine Mitverantwortung für den Bruterfolg der teils vom Aussterben bedrohten Vögel.

 

Foto: Dr. Michael Wittmann
Foto: Dr. Michael Wittmann

 

Presseinformation 13. März 2022

 

Gesang und Flugeinlagen absolut kostenlos im Haarmoos

 

Laufen/Saaldorf-Surheim: Wenn die Wiesenbrüter zurückkehren dann ist der Frühling nicht mehr weit. Obwohl heuer bis Mitte März die Nächte frostig waren, sind die ersten Kurzstreckenzieher angekommen und sichern sich bereits die besten Brutplätze im Gebiet.

 

 

Jetzt pressiert es, denn schließlich geht es um den Erhalt der eigenen Art: Wiesenbrüter, wie etwa Großer Brachvogel, Kiebitz, Feldlerche, Bekassine & Co. legen oftmals ein atemberaubendes Tempo vor, wenn sie sich auf den Weg aus entlegenen Winterquartieren ins Brutgebiet machen.

 

Als potentieller Lebensraum kommt dem Haarmoos als größtes Wiesenbrutgebiet Südostbayerns eine besondere Bedeutung zu: In dem seit über Generationen extensiv gepflegten Streuwiesenkomplexen finden die Vögel optimale Bedingungen, um nach dem anstrengenden Rückflug umgehend mit der Fortpflanzung zu beginnen. „Extensiv gepflegt“ bedeutet, dass die erste Mahd frühestens ab Mitte Mai erfolgt und meist auf derselben Fläche nicht mehr als zwei Mal gemäht wird. Die Wiesenbrüter sind an ein solches Mahd-Regime angepasst und der Erfolg der Jungenaufzucht hängt unweigerlich auch mit der Ausführung der Arbeiten vor Ort zusammen. Streuwiesen, auf denen der Große Brachvogel bevorzugt brütet, werden sowieso erst spät im Herbst gemäht.

 

Die Pflegemaßnahmen für diese oft nicht leicht zu bewirtschaftenden feuchten Wiesen und das Engagement der Landwirte und Eigentümer vor Ort,

- seit Jahrzenten im Einfluss naturschutzfachlich agierender Verbände, Behörden und Aktive -  erhalten diesen wichtigen Lebensraum und sichern dementsprechend den Fortbestand der wiesenbrütenden Arten.

 

Das Haarmoos ist ein richtiges Juwel, auf das die Menschen vor Ort stolz sein können: In diesen Wiesen brüten Vögel, die mittlerweile auf der roten Liste stehen und teils vom Aussterben bedroht sind. Mittlerweile erfolgen weiterreichende Schutzmaßnahmen durch den Landschaftspflegeverband Biosphärenregion Berchtesgadener Land e.V. und den Landesbund für Vogelschutz durch großangelegte Elektrozaunanlagen. Diese sollen die brütenden Vögel und deren Gelege zumindest vor den Raubsäugern wie Fuchs, Marder & Co schützen. Über die nächsten Jahre hinweg will man das Projekt weiter verfolgen und hofft so dem Abwärtstrend entgegen zu steuern.

 

Auch für die Erholung des Menschen spielt das Haarmoos mit dem angrenzenden Abtsdorfer See eine gewichtige Rolle und wurde 1979 als Land-schaftsschutzgebiet anerkannt. Europaweiten Schutzstatus erhielt es 2004 als sogenanntes Fauna-Flora-Habitat (FFH-Gebiet) wegen bedeutsamer Biotope und Arten für das europäische Naturerbe „Natura 2000“.

 

Mit ein wenig Glück und zur richtigen Zeit können die artistischen Flugeinlagen der Kiebitze, das Meckern der Bekassine oder die Balzflüge und ein-drucksvollen Rufe des Großen Brachvogels gehört und beobachtet werden. Die seit 2009 installierte Aussichtsplattform gibt einen weiten Einblick ins Zentrum des Haarmooses und lädt förmlich zur Vogelbeobachtung ein, sodass man an der Natur teilhaben kann ohne dabei zu stören. Denn Wiesen-brüter sind scheue Lebewesen und reagieren auf Störungen häufig mit der Aufgabe der Bruten. Daher ist es besonders wichtig, speziell in der Brutzeit die Wege nicht zu verlassen und Hunde an der Leine zu führen und nicht in die Wiesen laufen zu lassen.

1987 erließ das zuständige Landratsamt Berchtesgadener Land eine Verordnung zur Regelung des Betretungsrechts – das Verlassen der Wege

ist in der Zeit von 20. März bis 15. Juni verboten, ebenso das Betreiben von Flugmodellen und anderen Flugkörpern.

 

Wer mehr Informationen rund um die Wiesenbrüter und den umfangreichen Arbeiten zum Schutz der Vögel und des Haarmooses erhalten möchte, kann am 19. März und am 9. April an einer kostenlos geführten Exkursion zusammen mit der Wiesenbrüterbeauftragten Melanie Tatzmann teilnehmen. Beginn jeweils 8.00 Uhr, Treffpunkt an der Infotafel am Parkplatz Seethal / Abtsdorfer See. Infos auch unter LBV Telefon 08682 9559710.

 

Fotos: Melanie Tatzmann
Fotos: Melanie Tatzmann

 

Presseinformation 03. November 2021

 

Die Kreisgruppe vom Landesbund für Vogelschutz im Berchtesgadener Land e.V. informiert über einen Helfereinsatz am 30. Oktober 2021:

 

RUCKZUCK WAR DER STADEL WEG

 

Saaldorf-Surheim: Das goldene Herbstwetter Ende Oktober nutzten

zehn ehrenamtliche Helfer des Landesbunds für Vogelschutz (LBV)

 

Ein zusammen gefallener Stadel im Haarmoos musste aus der LBV eigenen Fläche geräumt werden, damit er u.a. nicht weiterhin als Unterschlupf für das Raubwild dienen kann. Denn mitten im Wiesenbrutgebiet ist dies kritisch zu sehen und grund-sätzlich gehört aufgeräumt, was kaputt ist und keinen Nutzen mehr hat.

 

Die kläglichen Überreste bestanden aus Holz und Dachschindeln, wobei Letztere ein einziger Scherbenhaufen waren, welcher in mühevoller Handarbeit aus der Fläche geräumt werden musste. Auf Hänger verladen wurde der Müll dann getrennt zum Entsorgungsbetrieb Schauer nach Moosham gebracht. Karl Schauer hat die Vereinskasse finanziell entlastet und somit die Arbeit der Kreisgruppe maßgeblich unterstützt. Ein „herzliches Vergelt´s Gott“ von der gesamten Vorstandschaft für dieses selbstlose Vorgehen.

 

Damit das kulturelle Erbe im Haarmoos erhalten bleibt, soll an gleicher Stelle wieder ein neuer Stadel entstehen. Für dessen Umsetzung muss es noch abstimmende Gespräche geben, ebenso wie die Kostenübernahme noch zu klären ist. Einst schmückten rund 100 Heustadel das Haarmoos, doch da

die meisten aus der Nutzung sind, weil Heu oder Streu nicht mehr darin gelagert werden, verschwinden diese still und leise Jahr für Jahr. Aktuell darf

der Erholungssuchende sich noch an ca. 20 Stück erfreuen.

 

Impressionen

Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) - KG Berchtesgadener Land - Mag. Toni Wegscheider (1. Vorsitzender)

Am Köppelberg 8, 83471 Schönau am Königssee +++ LBV-Tel.: 08682/9559710 +++ E-Mail: berchtesgadener-land@lbv.de

https://berchtesgadener-land.lbv.de +++ Folgen Sie uns auf FACEBOOK & INSTAGRAM +++

 

Pressebericht im R'haller Tagblatt vom 18. März 2021
Schutzmaßnahme des LPV und des LBV im Haarmoos.
Zum Schutz der gefährdeten Wiesenbrüter wurden zwei neue Elektrozäune im
Haarmoos aufgestellt - Erstes Brachgvogel-Pärchen wurde schon gesichtet.
Gelegeschutzzaun für Wiesenbrüter.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.0 MB

Grosser Brachvogel - Frank Derer, LBV Bildarchiv
Grosser Brachvogel - Frank Derer, LBV Bildarchiv

Presseinformation vom 20. April 2020

Im Haarmoos hat die Brutsaison begonnen

 

Für sie gilt keine Ausgangsbeschränkung: Mit Beginn des Frühlings kehrte der Große Brachvogel wieder in seine ange-stammten Feuchtwiesen und Brutreviere ins Haarmoos zurück. Und mit ihm auch weitere Wiesenbrüter und Kurz-streckenzieher wie z.B. Kiebitz, Feldlerche, Wiesenpieper und Bekassine.

Alle zusammen finden hier noch ideale Voraussetzungen für die Jungenaufzucht: offene, ausgedehnte, zusammen-hängende feuchte Streuwiesenlandschaften mit extensivem Mahdmosaik und somit genügend Nahrung für die Aufzucht.

Ein großer Schatz, der aufgrund aufwändiger Pflege durch ortsansässige Landwirte und Eigentümer in Zusammenarbeit

mit Naturschutzverbänden erhalten wird. Aufgrund der Vielfalt seltener Lebensräume sowie deren bedrohten Tier- und Pflanzenarten ist das Haarmoos von europaweiter Bedeutung und als Natura 2000-Gebiet ausgezeichnet.

 

Und in Zeiten der Corona-Pandemie erscheinen solche Lebensräume wichtiger als je zuvor, die freie Natur lädt geradezu zum Spaziergang ein. Doch dabei gilt es alte und neue Regeln einzuhalten. 1987 erließ das zuständige Landratsamt Berchtesgadener Land eine Verordnung zur Regelung des Betretungsrechts – das Verlassen der Wege ist in der Zeit von

20. März bis 15. Juni verboten. Wer sich an das Wegegebot hält und Hunde an der Leine führt, trägt wesentlich dazu bei, dass die Vögel bei der Aufzucht nicht gestört werden. „Wir alle haben eine Mitverantwortung für den Bruterfolg der teils vom Aussterben bedrohten Vögel und können durch unser Verhalten den Bestand der Wiesenbrüter sichern“ - so der LBV und die Wiesenbrüterbeauftragte.

  

Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) - KG Berchtesgadener Land - Mag. Toni Wegscheider (1. Vorsitzender)

Am Köppelberg 8, 83471 Schönau am Königssee +++ LBV-Tel.: 08682/9559710 +++ E-Mail: berchtesgadener-land@lbv.de

http://berchtesgadener-land.lbv.de +++ Folgen Sie uns auf FACEBOOK & INSTAGRAM +++

 

Fotos: Melanie Tatzmann
Fotos: Melanie Tatzmann

 

 

Grabenräumung und Entbuschungsaktion im Haarmoos am Samstag, 02. November 2019

ab 9:00 Uhr

 

 

„Viele Hände schaffen mehr" – der LBV half mit beim Entbuschen im Haarmoos!

 

Heuer war es wieder soweit: Anfang November fand die alle drei Jahre wieder-kehrende, großangelegte Entbuschungs- und Grabenräumungsaktion im Haarmoos statt. Hand in Hand wurde gezwickt, geschnitten, gegraben und gehäckselt, vor allem speziell an den Hauptgräben im Haarmoos, den Zuflüssen und dem Abfluss des Abtsdorfer See´s.

 

Grundstückseigentümer im Verbandsgebiet sind der Beitragspflicht unterworfen und können diesen entweder entrichten oder abarbeiten. Organisiert und gelenkt werden die Pflegeaktionen seit über 50 Jahren vom Wasser- und Bodenverband Haarmoos unter der kameradschaftlichen Anleitung von Sepp Putzhammer.

 

Auch heuer waren wieder viele fleißige Leute mit dabei -  der Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV), mittlerweile einer der größten Grundstücksbesitzer im Haarmoos, hatte ebenso fleißige, ehrenamtliche Mitglieder aus der LBV Kreisgruppe Berchtesgadener Land e.V. im Einsatz, welche die körperliche Arbeit nicht scheuten. Eigentümer, Landwirte und Verbände pflegten so gemeinsam Südostbayerns letzte zusammenhängende Streuwiesenlandschaft und leisteten ihren Beitrag zum Erhalt des bedeutenden Wiesenbrütergebiets im Berchtesgadener Land.

 

Wer künftig bei Pflegearbeiten vom LBV mitmachen möchte, kann sich gerne unter berchtesgadener-land@lbv.de oder unter Tel.: 08682 9559710 melden.

- M.T.

Wiesenbrüterbeauftragte fordert Förderung für Stadel-Sanierungen

 

Pressebericht im R'haller Tagblatt vom 20. Juni 2019

 

Melanie Tatzmann, Wiesenbrüter-Beauftragte im Haarmoos, spricht im Inter-view über die Debatten um die Stadel, über den Schutz des Biotops für die Wiesenbrüter wie z. B. Braunkehlchen und Großer Brachvogel, über ihre Ideen für neue Projekte und was Besucher im Haarmoos unbedingt beachten sollten.

Das Interview führte Karin Kleinert.

 

>> zum Pressebericht

 

 

 

 

 

 

                     IMPRESSIONEN

 

Entbuschungsaktion und Grabenräumung alle 3 Jahre gemeinsam mit dem Wasser- und Bodenverband Haarmoos (s. oben).
Nächster Termin: Herbst 2019

 

Unternehmen "Heustadl" anno 2010

Abriß und Wiederaufbau unseres zerfallenen Heustadl's im Haarmoos

in Eigenregie.

Planung und Leitung: Gerhard Danzl, KG B'gadener Land

 

 

 

 

Besucherlenkungskonzept

Haarmoos-Führung (2018)

Lagebesprechung (2011)

Neue Brücke zu unseren Grundstücken (2014)

Entbuschung (2009)