Die Stunde der Gartenvögel vom 8. bis 10. Mai 2020

Deutschlands große Sommerzählung

 

>> Ergebnisse deutschlandweit

>> Pressebericht im R'haller Tagblatt v. 10. Juni 2020

      - Trend im B'gadener Land / Spatz ist Spitzenreiter

 

 

 

 

Presseinformation „Endergebnis Stunde der Wintervögel 2020“ der KG Berchtesgadener Land vom 7. Februar 2020

 

Kohlmeise im Berchtesgadener Land auf Spitzenplatz

Weniger Vögel bei mildem Winter – Amsel erholt sich nur langsam –

 Grünfink bleibt Sorgenkind

 

Berchtesgadener Land. Anders als im bayernweiten Ergebnis belegt im Südosten Oberbayerns die Kohlmeise den Spitzen-platz, gefolgt von Haussperling, Amsel und Blaumeise. Der Feldsperling ist auf Platz 5 zu finden.

Toni Wegscheider, Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Berchtesgadener Land, freut sich wieder über die rege Beteiligung

im Landkreis. Allerdings wurden deutlich weniger Vögel pro Garten im Durchschnitt gezählt als im bayernweiten Durch-schnitt. „Das Nahrungsangebot war einfach auch außerhalb der Gärten durch den wenigen Schnee sehr hoch“ so Toni Wegscheider. Die häufigeren Meldungen von Kolkraben und Alpendohle liegen daran, dass ein Teil des Landkreises in den Alpen liegt. Letztere kam sogar auf Platz 9. Der Eichelhäher kam im Landkreis Berchtesgadener Land nur auf Platz 21. „Viele Tiere waren wohl schon wieder weitergezogen“ so Wegscheider. Insgesamt wurden in 148 Gärten mit 195 Teilnehmern im Landkreis gezählt.

 

Und wie sieht das Gesamtergebnis in Bayern aus?

Zum zweiten Mal in Folge holt sich der Haussperling im Freistaat Platz 1 bei der „Stunde der Wintervögel“ von LBV und NABU. Dahinter reihen sich Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise und Amsel. „Seit sechs Jahren hat es keine andere Art geschafft, eine der fünf Top-Platzierungen einzunehmen“, so Annika Lange, Citizen-Science-Beauftragte des LBV. „Der Spatz scheint von den trockenen Sommern der letzten beiden Jahre zu profitieren und gute Bruterfolge zu erzielen. Die Jahre zuvor hat der beliebte Allerweltsvogel eher durch sein regionales Fehlen Aufsehen erregt“. Eine Entwarnung gibt es für den Haussperling aber noch lange nicht, denn gerade in Städten fehlen vor allem geeignete Nistplätze an Gebäuden. Und wie macht sich die Amsel? Sie landet hinter der Blaumeise auf Rang 5 und erholt sich nur sehr langsam von den 2018 erfolgten Bestandseinbrüchen durch das regional stark auf-tretende Usutu-Virus. Der Grünfink konnte dieses Jahr immerhin den 6. Platz belegen. Jedoch zeigt sich bei ihm ein langfristig eindeutiger Abwärtstrend, den auch Quellen wie der DDA (Dachverband deutscher Avifaunisten) bestätigen. Der grüne Samen- und Früchtefresser wird unter anderem durch den Verlust von reich strukturierten Kulturlandschaften und den übermäßigen Einsatz von Bioziden bedroht. „Wer dem Grünfink helfen möchte, sollte seinen Garten naturnah und giftfrei gestalten“, empfiehlt Lange. Die Plätze 7 und 8 belegen Buchfink und Elster. Rabenkrähe und Eichelhäher schließen die bayernweiten Top 10. Das Rotkehlchen rutscht damit auf Platz 11.

 

Und wo bleibt der Erlenzeisig?  Wurde der kleine, gelbgrün-gestreifte Finkenvogel letzten Winter als sechshäufigster Vogel gemeldet, hat er sich dieses Jahr rar gemacht und belegt nur Platz 16.

Die Erklärung: Im vergangenen Jahr hat die winterliche Nahrungsknappheit zu einer Invasion von Erlenzeisigen aus Nord- und Osteuropa geführt. Dieses Jahr fand kein größerer Einflug der Vögel statt.

 

Über 110 Vogelarten und insgesamt mehr als 685.500 Vögel haben die rund 27.000 bayerischen Teilnehmer dem LBV gemeldet. Die nächste Möglichkeit einer Teilnahme zur bundesweiten Vogelzählung ist von 8. bis 10. Mai 2020 – dann schlägt die Stunde der Gartenvögel.

- M.T. (LBV e.V.)

Bayernweites Ergebnis finden Sie unter

https://www.stunde-der-wintervoegel.de/#/observe

 

 

Pressemitteilung vom 18.01.2019 der KG Berchtesgadener Land im Landesbund für Vogelschutz Bayern (LBV) e.V.:

 

 

Der Erlenzeisig ganz oben am Stockerl – Die Ergebnisse

zur Stunde der Wintervögel liegen vor

 

 

Landkreis BGL.  Am ersten Januar-Wochenende des neuen Jahres hatte der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) e.V. erneut zur Beteiligung an Deutschlands größter Vogelzählung, der Stunde der Wintervögel, aufgerufen. Am 15.01.2019 endete die Frist, die eigenen Beobachtungen dem LBV zu melden und nun liegen auch die Ergebnisse für das Berchtesgadener Land vor.

 

Exakt 228 Teilnehmer haben im Landkreis vom Freitag, den 04. Januar

bis Sonntag, den 06. Januar genau eine Stunde lang fleißig Vögel beobachtet und die Maximalzahlen der jeweiligen Vogelarten gemeldet. Unter den insgesamt über 7.100 gezählten Vögeln waren die Erlenzeisige die klaren Spitzenreiter. Mit 1.117 gezählten Exemplaren konnten sie fast in der Hälfte aller Gärten beobachtet werden. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Kohlmeise und der Haussperling. Beide Vogelarten ließen sich zwar in mehr Gärten beobachten, allerdings in deutlich geringerer Anzahl als die Erlenzeisige. Im bayernweiten Vergleich stehen die Haussperlinge ganz oben am Stockerl, gefolgt von Feldsperling und Kohlmeise.

 

„Der regelrechte Ansturm von Erlenzeisig-Schwärmen auf die Futterstellen der Vogelzähler im Landkreis mag erfreulich erscheinen. Jedoch täuscht er über den allgegenwärtigen Rückgang der Biodiversität hinweg. Insbesondere bei Vogelarten, für die Insekten die Hauptnahrung sind, begünstigt das Insektensterben den Artenschwund.“, betont die LBV-Kreisgruppe BGL.

 

Daher sollten sich beim Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ vom 31. Januar bis zum 13. Februar 2019 wirklich alle beteiligen, denen dies

nicht egal ist. Nur wenn sich mindestens 10% der bayerischen Wählerinnen und Wähler in den Rathäusern eintragen, also knapp 1 Million Menschen, besteht die einmalige Chance, Regelungen für den Artenschutz im bayerischen Naturschutzgesetz zu verankern und effektiv etwas gegen das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier zu bewirken.

- K.R. (LBV e.V.)

Bayernweites Ergebnis finden Sie unter

https://www.stunde-der-wintervoegel.de/live-ergebnisse/

 

Bildnachweis:

(Credit: Ingo Rittscher-LBV Bildarchiv):

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